Heine in Spanien: Ideenschmuggel?
 
MARISA SIGUAN BOEHMER
Universitat de Barcelona

Bei meinem Beitrag möchte ich die Idee der Literatur aus Ungenügen an der Normalität, als Erweiterung der Grenzen des Sagbaren aufgreifen, um sie auf das Verhältnis zwischen eigener und fremder Literatur auszuleuchten. Dafür werde ich verschiedene Beispiele aus der Heine Rezeption in Spanien vorstellen. Sie zeigen alle wie ein fremder Autor in das eigene Schreiben aufgenommen wird, um ihn in der Aus­ein­ander­set­zung mit der eigenen Normalität zu benützen: um das Ungenügen daran zum Ausdruck kommen zu lassen, um die im Moment gültige literarische Norm zu durchbrechen und dafür einen Garanten, oder ein Beispiel, oder einen als verwandt empfundenen Begleiter zu haben. Die Art der Rezeption ist in jedem Fall anders. Konstant bleibt aber diese Charakteristik der Benützung, und auch, dass die Selbstfindung sich immer wieder im Dialog mit dem Fremden vollzieht. Dabei werde ich auch auf konkrete Aspekte der Über­setzungs­schwie­rig­keiten eingehen.


Marisa Siguan Boehmer