|
Zur Heine-Rezeption 1933-1945 |
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
In der an Kontroversen und Skandalen reichen Wirkungsgeschichte Heines ist zweifellos die Zeit des Nationalsozialismus die spannungsreichste. Dennoch gibt es dazu nur punktuelle Darstellungen, wohl weil die Verhältnisse so eindeutig zu sein scheinen, dass man sie schlagwortartig zusammenfassen kann: „Dichter unbekannt“ – diese Unterschrift unter der Heineschen „Lorelei“ in nationalsozialistischen Anthologien und Lesebüchern gilt als Inbegriff der Kulturbarbarei des Hitlerregimes. Und andererseits: Im Exil wird der Exulant Heine zum einigenden Band jenseits aller früheren politischen Streitigkeiten, zum „Kaiser“ der Emigration. Der Vortrag setzt dem entgegen: Die beiden Titelzitate zeichnen ein verfälschtes Bild. Es wird entwickelt, wie die nationalsozialistische Politik der „Ausrottung“ Heines umgesetzt wurde; und in welcher Hinsicht Heine zur Identifikationsfigur im Exil wurde und welche Funktionalisierungen er und sein Werk in diesem Prozess erfuhren. |
|
Hartmut Steinecke |