Kluge 1989²²
 
     
 
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  In: S. 67
Beere f. Das Femininum ist offenbar im Frühneuhochdeutschen aus dem Norden eingedrungen, vgl. mndd. mndl. (dial.) bere, ae. berige f. ‘Beere’ (jōn-Stamm). Älter ist g. *bazja- n. in anord. ber, as. (wīn)-beri, ahd. beri n., mhd. ber f./n., neben der Form ohne grammatischen Wechsel *basja- n. in gt. (weina-)basi, mndl. bes(e), mndd. beseke (Diminutiv); hierzu auch ndd. (dial.) Besing ‘Beere, Heidelbeere’. Herkunft unklar. Die Herleitung aus einem Wort für ‘rot’ (ae. basu ‘purpurn’, mir. basc ‘rot, Scharlach’) ist so wenig zu sichern wie die aus einem Wort für ‘Strauch, Rute’ (norw. [dial.] bas[e] m. ‘Strauch, Unterholz’). Zu beachten ist, daß allgemeine Wörter für ‘Beere’ (gegenüber ‘Frucht’ usw. mit weiterer Bedeutung und gegenüber Einzelbezeichnungen für die Beerensorten) nicht häufig sind und daß l. bāca, baca ‘Beere’ aus einem Substrat stammt.
Nndl. bes, ne. berry, nschw. bär, nisl. ber. — Hoops (1973ff.), II, 132-139; Lloyd/Springer (1988ff.), I, 560f.
   
Kluge1989²² = Kluge, Friedrich, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 22. Auflage unter Mithilfe von Max Bürgisser und Bernd Gregor völlig neu bearbeitet von Elmar Seebold. Berlin/New York: Walter de Gruyter & Co., 1989.
   
 
     
 
Pfeifer 1989
 
     
 
  In: I, S. 139
Beere f. ‘fleischige und saftige kleinere Frucht’. Mhd. ber n.f. (Pluralform bere, die im 16. Jh. als femininer Singular angesehen wird und im 17. Jh. zu einem neuen Plural Beeren führt. Vorauf gehen ahd. beri n. (8. Jh.), asächs. beri n. (?), mnd. bēre, aengl. beri(g)e f., engl. berry, anord. ber n., dazu mit grammatischem Wechsel got. -basi n. (bezeugt in weinabasi ‘Weinbeere’) und mnl. besie neben bere, nl. bes, bezie ‘Beere’, nordd. (landschaftlich) Besing ‘Heidelbeere’ (deminutiv zu Bes). Ob diese germ. Zeugnisse mit aengl. basu, baso ‘purpurn’, mir. basc ‘rot’ zu verbinden und damit als s-Erweiterungen an die schwundstufige Form *bhə- der Wurzel ie. *bhā-, *bhō- ‘glänzen, leuchten, scheinen’ (s. Bake) anzuschließen sind (dann wäre die Beere nach ihrer leuchtend rote Farbe benannt), bleibt unsicher.
   
Pfeifer 1989 = Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Band I: A-G. Erarbeitet von einem Autorenkollektiv des Zentralinstituts für Sprachwissenschaft unter der Leitung von Wolfgang Pfeifer. Autoren: Wilhelm Braun (zeitweilig), Gunhild Ginschel (†), Gustav Hagen, Anna Huber (zeitweilig), Klaus Müller, Heinrich Petermann, Gerlinde Pfeifer, Wolfgang Pfeifer, Dorothee Schröter, Ulrich Schröter (zeitweilig). Berlin: Akademie-Verlag, 1989 (Akademie der Wissenschaften der DDR. Zentralinstitut für Sprachwissenschaft)..
   
 
     
 
Duden 1989²
 
     
 
  In: S. 69
Beere: Mhd. bere, auf dem die nhd. Form beruht, ist eigentlich eine mitteld. starke Pluralform zu dem Singular ‘daȥ ber’, die im 16. Jh. nicht mehr als solche verstanden und —wie ↑ Träne— als Singular aufgefaßt wurde. Zu dieser Form wurde dann im 17. Jh. ein neuer schwacher Plural ‘Beeren’ gebildet. Mhd. ber, ahd. beri, engl. berry, schwed. bär zeigen r-Formen, die zu s-Formen wie got. weina-basi „Weinbeere“, niederl. bes „Beere“, niederd. mdal. Besing „Heidelbeere“ in grammatischem Wechsel stehen. Diese germ. Wörter für „Beere“ gehören vielleicht zu aengl. basu „purpurn“, das mit mir. basc „rot“ verwandt ist. Demnach wäre die Beere als „die Rote“ benannt worden.
   
Duden 1989² = DUDEN - ETYMOLOGIE. Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage von Günther Drosdowski. Mannheim/Wien/Zürich: Dudenverlag, 1989. (Der Duden in 10 Bänden. Band. Nr. 7.)
   
 
     
 
Ásgeir Blöndal 1989²
 
     
 
  In: S. 50
ber h. ‘lítið aldin (á lyngi eða trjám); eitill í holdi’; sbr. fær. og nno. ber, sæ. bär, d. bær, fe. beri(g)e, fhþ. beri, holl. bezie, gotn. basi (< germ *básja-, *bazjá-). Líkl. sk. holl. (bram)boos ‘(hind)ber’ og fe. baso ‘rauður’; sbr. fi. bhā́s- ‘ljómi, gljái’, sjá benda (2). Ef físl. orðið basinn (s.þ.) og nno. base eru sk. ber, sem engan veginn er víst, ættu þau að merkja berjarunna e.þ.h. Af ber er leidd so. berja ‘tína ber’.
   
Ásgeir Blöndal 1989² = Ásgeir Blöndal Magnússon, Íslensk Orðsifjabók. Reykjavík: Orðabók Háskólans, 1989².
   
 
     
 
GDW
 
     
 
  In: I, col. 1243
BEERE f. bacca, ahd. aber peri n. (GRAFF 3, 203), mhd. ber n. (BEN. 1, 104ª), doch steht auch einmal schon:

sie schuofen niht gein einer ber. urstende 114, 16;

da man häufig den pl. n. diu ber gebrauchte, entfaltete sich leicht daraus der sg. f. diu ber. DASYPODIUS, LUTHER, HENISCH schreiben für sg. und pl. beer, MAALER 52c beere. auch altn. ber n., schw. dän. bär n., ags. aber berie, berige f. und schwach flectiert, gen. berian, pl. berian, engl. berry, pl. berries. das weibliche geschlecht scheint also im sächsischen stamm althergebracht.

Man würde sich kaum bedenken und peri von përan, ber von bërn, als die getragene frucht, herleiten, wenn dies nicht ein umstand verböte: die goth. wortgestalt lautet basi, n., das sich keineswegs auf bairan beziehen läszt, noch mehr, dasselbe S hat sich bis auf heute im nd. besing und nnl. bes f., pl. bessen, verkleinert besje oder bezie n. bewahrt. ja, ein ags., neben berie geltendes wort, basu purpureus, coccineus, gen. basves, gemahnt an κόκκος und κόκκινος, folglich an beere, wenn auch die vorstellungen purpur und scharlachbeere vermischt worden sein sollten. den Polen und Böhmen ist iagodka, gahodka beerlein gerade so coccus und die beeren haben vorzugsweise rothe farbe.

Wie also unser baar nudus ein goth. basis, basus vermuten liesz (sp. 1055), ist auch beere sicher das goth. basi, nl. bes, und wahrscheinlich in jenem ags. basu enthalten, hier schützte der fremde begrif das alte S, während es im geläufigen berie zu R geworden war. verwandtschaft zwischen baar und beere wäre nicht unmöglich. die kleine, runde beere steht gleichsam nackt vor augen, kann unmittelbar gepflückt und genossen werden, ein dichter dürfte die beere nackt oder baar, die bacca nuda nennen. Indessen hat BOPP gl. skr. 241 eine andere, die wörter beere und bacca vereinende herleitung vom skr. bhakś; edere vorgetragen, so dasz goth. basi = bhakśja cibus, eszbare frucht, bacca aber assimiliertes bacsa wäre, wie auch faba aus fagba entspränge (s. bohne). man würde dann unser backe gena heranziehen können, zumal des sl. iagoda wegen (oben sp. 1064).
   
GDW = Grimm, Jacob und Wilhelm, Deutsches Wörterbuch. Band I: a - biermolke. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 1984 (Nachdruck der Erstausgabe 1854).
   
 
     
 
Barri 1999
 
     
 
  In: S. 251
BAIA Pres del francès baie, documentat en el segle XI, ‘fruit del llorer’. Adoptat probablement com a terme específic de botànica, si fem cas de la primera documentació en català.
   
Barri 1999 = Montserrat Barri i Masats, Aportació a l'estudi dels gal·licismes del català. Barcelona: Institut d'Estudis Catalans, 1999 (Biblioteca Filològica. Vol. 39.)
   
 
     
 
Tots els diccionaris que relacionen el mot Beere amb l'anglès antic basu (← germ. *baswaz), passen per alt un fet: -o no l'esmenten-: que el mot anglès només se sol aplicar a colors de teles, i això em fa pensar que el camí recorregut és exactament l'invers al proposat en els diccionaris etimològics: basu deriva del mot per a baia -si és que realment hi està emparentat- i no a l'inrevés. Originàriament *baswaz hauria designat el color d'un tint obtingut a base d'alguna baia roja. Fins i tot es podria pensar que el mot anglès en realitat hi és un préstec d'una llengua cèltica del substrat; no puc jutjar la relació que hi pugui haver entre aquest mot de l'anglès antic i l'irlandès mitjà basc "vermell", gaèlic escocès (antiquat) basg "vermell".