Kluge 1989²²
 
     
 
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  In: S. 5
Abschied m. Fnhd. (15. Jh.) abscheid zu fnhd. abscheiden ‘weggehen’. Der Vokal ist der Veränderung im Partizip gefolgt (im Gegensatz zu Bescheid). Vom Verbum ist noch das erstarrte Partizip abgeschieden ‘zurückgezogen’ erhalten; vgl. auch die Abgeschiedenen ‘die Toten’ (fnhd. abscheid häufig = ‘Tod’).
Mndl. afscheid.
  In: S. 186
erlauben swV. Mhd. erlouben, ahd. irlouben aus g. *uz-laub-ija- swV. ‘erlauben’, auch in gt. uslaubjan, ae. alȳfan. Zu lieb und glauben (s.d.), doch sind die morphologischen und semantischen Einzelheiten unklar (ähnliche Zusammenhänge bei l. uĕnĭa ‘Erlaubnis’, das im einzelnen ebenfalls unklar bleibt). Altes Abstraktum zu erlauben ist Urlaub (s.d.). Die zugrundeliegende Sippe s. unter Laub.
S. auch Verlaub — D. Wiercinski ZDPh 84 (1965), 98f.
  In: S. 430
Laub n. Mhd. loup, ahd. loub, as. lōf aus g. *lauba- n. ‘Blatt’, auch in gt. anord. lauf, ae. lēaf, afr. lāf; daneben gt. laufs m. ‘Blatt’. Das Laub ist benannt als Futterlaub, das abgerissen wird, deshalb zu einem Verb mit der Bedeutung ‘abreißen, rupfen’ für das zwei Möglichkeiten in Frage kommen: 1) *leup- in lit. lùpti ‘abhäuten, schälen’, russ. лупить (lupítĭ) ‘schälen, enthülsen’. Eine Variante dazu ist lit. lãpas m. ‘Blatt’ neben gr. λέπω ‘ich schäle (ab)’, gr. ὀλόπτω (dass.). 2) *leubh- in gr. ὀλούφω ‘ich reiße ab, schäle ab, rupfe’ (Hesych.), l. liber m. ‘Bast’, russ. луб m. ‘Rinde’.
Nndl. loof, ne. leaf, nschw. löv, nisl. lauf. S. erlauben, glauben, Laube, Laubfrosch, Laubsäge, lieb, Lob (+), Locke, Lode, Lohe². — Trier (1952), 126-131.
  In: S. 753
Urlaub m. Mhd. urloup m./n., ahd. urloub m./n., as. orlōf m./n. Wie afr. orlof, orlef n. alte Nominalbildung zu erlauben (s.d.). In alter Zeit wird das Wort spezialisiert auf ‘Erlaubnis, sich zu entfernen’, in der Neuzeit angepasst zu ‘zeitweilige Freistellung vom Dienst oder von der Arbeit’
Johannisson (1939), 65-125.
  In: S. 760
Verlaub m. arch. Seit dem 16. Jh. in der Formel mit Verlaub, vgl. mndd. verlōf(t), mndl. verlof ‘Erlaubnis, Urlaub’. Zu verlauben, einer seltenen (hauptsächlich nördlichen) Variante von erlauben (s.d.)
 
     
 
Pfeiffer 1989
 
     
 
  In: S. 7-8
Abschied m. 'Aufbruch, Trennung, Entlassung aus einem Dienstverhältnis', übertragen 'Tod', (bis zum 18. Jh.) 'Beschluss, Vereinbarung, [S. 8] Entscheidung' (vgl. Reichsabschied, ein Gesetz verabschieden). Das um die Mitte des 15. Jhs. aufkommende Substantiv ist (wahrscheinlich in Analogie zu Ableitungen von anderen starken Verben, vgl. Abstieg zu absteigen) die Konkurrenzform von dem aus dem reduplizierenden Verb abscheiden '(sich) trennen' gebildeten, nur wenig älteren Abscheid m., das im 18. Jh. durch Abschied verdrängt wird. Von dem heute vorwiegend fachsprachlich verwendeten Verb abscheiden '(sich) absondern, abtrennen', veraltet 'weggehen, Abschied nehmen', übertragen 'verscheiden, sterben' (mhd. abescheiden 'lostrennen, entfernen, entlassen, verabschieden', vgl. asächs. ofskīðan, mnd. afschēden, got. afskaidan 'trennen') ist vor allem das zugehörige  abgeschieden  Part.adj. 'entlegen, einsam, zurückgezogen, verstorben, tot' gebräuchlich, das die im Sprachgebrauch der Mystik (um 1300) entstandene ältere Form abgescheiden 'losgelöst von irdischen Dingen, weltabgewandt' im 17. Jh. ablöst. Zur Etymologie s. scheiden. Dazu  Abgeschiedenheit  f. 'Entlegenheit, Einsamkeit' (18. Jh.), in religiösem Sprachgebrauch 'Weltabgewandtheit' (17. Jh.), nach älterem, in der Mystik geprägten Abgescheidenheit (um 1300).— verabschieden Vb. '(aus dem Dienst) entlassen, in den Ruhestand versetzen, ein Gesetz annehmen und für rechtsgütig erklären', (refl.) 'auf Wiedersehen sagen, sich empfehlen' (18. Jh.).
  In: S. 372
erlauben Vb. 'gestatten, zugestehen, zustimmen'. Die Präfixbildung (s. er-) ahd. irlouben, mnd. erlōven, got. uslaubjan geht von einer Bedeutung 'gern haben, gutheißen' aus und ist mit lieb, loben, glauben (s.d.) verwandt; s. auch das zugehörige Abstraktum Urlaub sowie Verlaub. — Erlaubnis f. 'Genehmigung, Zustimmung' (um 1400).
  In: S. 1881
Urlaub m. 'dienst-, arbeitsfreie Zeit, Ferien', ahd. urloub (8. Jh.), ablautend oder mit Vokalabschwächung urlub (9. Jh.) 'Erlaubnis', mhd. urloup, urlop, urlob 'Erlaubnis fortzugehen, Verabschiedung, Abschied', asächs. orlōf, mnd. ōrlof(t), ōrlef, ōrleve, mnl. o(o)rlof, nl. (älter) oorlof stehen neben dem unter erlauben (s.d.) behandelten Verb. Die alte Bedeutung 'Erlaubnis' wird bereits im Mhd. verengt auf die 'Erlaubnis, sich zu entfernen' (die ein Höherstehender gewährt) und in neuerer Zeit auf die 'zeitweilige Freistellung vom Dienst'. — beurlauben Vb. 'jmdm. Urlaub geben, jmdn. vorübergehend von seinen Pflichten entbinden' (15. Jh.), präfigierte Bildung zu in frühnhd. Zeit untergegangenem urlauben, mhd. urlouben 'erlauben, gestatten, Erlaubnis geben, sich zu entfernen, jmdn. verabschieden, entlassen', (refl.) 'sich verabschieden'; Beurlaubung f. (Mitte 16. Jh.). Urlauber m. 'Soldat auf Urlaub' (19. Jh.), wahrscheinlich in Österreich aufgekommen, dann allgemein 'wer Urlaub hat' (1. Hälfte 20. Jh.).
  In: S. 1897
Verlaub m. 'Erlaubnis' (16. Jh), meist nur in der formelhaften Fügung mit Verlaub (17. Jh.), bes. als Einführung einer freimütigen Bemerkung, mnd. mit vorlōve entsprechend mnd. vorlōf, vorlōft 'Erlaubnis, Einwilligung, Genehmigung'; vgl. ferner mnl. nl. verlof (woraus engl. furlough 'Urlaub'). Es handelt sich um Abstraktbildungen zu spätmhd. verlouben, mnd. vorlȫven 'erlauben, genehmigen'. Nhd. verlauben wird nach dem 17. Jh. von dem mit anderem Präfix gebildeten erlauben (s.d. Weiteres zu Herkunft und Verwandschaft verdrängt).
 
     
 
Duden 1989
 
     
 
  In: S. 17
Abschied Das seit spätmhd. Zeit bezeugte Substantiv (spätmhd. abschid, abeschit, -scheit) gehört zu dem heute nur noch fachsprachlich gebräuchlichen Verb abscheiden "entfernen", mhd. abescheiden "lostrennen, entfernen; entlassen, verabschieden" (vgl. scheiden). Gebräuchlich ist dagegen noch das adjektivisch verwendete zweite Partizip abgeschieden "zurückgezogen, einsam; tot"; beachte dazu die Abgeschiedenen, verhüllend für "die Toten", und Abgeschiedenheit "Zurückgezogenheit, Einsamkeit". - Das Substantiv 'Abschied' bedeutete früher außer "Weggang, Trennung" und "Entlassung" (beachte z.B. 'seinen Abschied nehmen oder erbitten') auch "Tod" und "[richterliche] Entscheidung, Beschluss", daher älter nhd. 'Reichs-, Landtagsabschied'.
  In: S. 161
erlauben Das Verb mhd. erlouben, erlöuben, ahd. irlouben, got. uslaubjan gehört wie 'glauben' (s.d.) zu der unter ↑ lieb behandelten Wortgruppe. Im Nhd. hat sich –gegen Luthers erleuben– die oberd. Form ohne Umlaut durchgesetzt. Eine alte Bildung zu 'erlauben' ist ↑ Urlaub. Siehe auch den Artikel Verlaub. Abl.: Erlaubnis (15. Jh.).
  In: S. 773-774
Urlaub Das Substativ (mhd., ahd. urloup) ist eine Bildung zu dem unter ↑erlauben behandelten Präfixverb und bedeutete ursprünglich ganz allgemein "Erlaubnis". In der höfischen Sprache der mhd. Zeit bezeichnete es dann die Erlaubnis wegzugehen, die ein Höherstehender [S. 774] oder eine Dame dem Ritter zu geben hatte. In der Neuzeit bezeichnet 'Urlaub' die [offizielle] vorübergehende Freistellung von einem Dienstverhältnis, allgemeiner dann die dienst- oder arbeitsfreien Tage, die der Erholung dienen.
  In: S. 782
Verlaub Die im Hochd. seit dem 16. Jh. belegte Formel 'mit Verlaub' setzt mnd. 'mit vorlōve' “mit Erlaubnis” fort, das ebenfalls schon zur Einführung einer freimütigen Bemerkung diente. Mnd. vorlōf ist eine Substantivbildung zu mnd. verlȫven „erlauben, genehmigen“, einer Nebenform zu dem unter ↑ erlauben behandelten Verb.
 

 

     
 
Abschied im Portugiesischen
 
     
 
  In: da Cunha 2001, S. 256
despedir vb. ‘fazer sair, dispensar os serviços de, expedir, lançar de si’ séc. XV. Do arcaico espedir (séc. XIII), com mudança de prefixo e, este, do lat. expetĕre. II. despedIDA 1570 ║ despIDO séc. XVI ║ despir séc. XVI. Divergente de despedir, a través de uma forma arcaica *espir, do lat. expetĕre. No port. med. ocorre, também, espedimento (séc. XIV) na acepçã de despedida.