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Traditionell geht die deutschsprachige Valenztheorie davon aus, dass Verbbegleiter danach zu unterscheiden sind, ob sie obligatorisch realisiert werden müssen oder in konkreten Verwendungen weggelassen werden können, also fakultativ sind. Dabei gilt Obligatheit zumeist als hinreichendes und sicherstes Kriterium dafür, einem Element den Status einer Ergänzung / eines Aktanten / eines Komplements zuzusprechen. Allerdings ist in der Valenzforschung auch immer wieder die Meinung vertreten worden, dass es obligatorische Ergänzungen eigentlich gar nicht gibt und dass in bestimmten Kontexten jede Verbergänzung weglassbar ist. Selbst ein so sicherer und vielzitierter Kandidat für eine obligatorische Ergänzung wie die Adverbialphrase beim Verb wohnen scheint durch die aktuelle IKEA-Werbung desavouiert zu werden, in der es heißt: Wohnst du noch oder lebst du schon? Kann man und sollte man die Unterscheidung zwischen obligatorischen und fakultativen Ergänzungen theoretisch und praktisch (z. B. in Lexikographie und Fremdsprachenunterricht) aufrecht erhalten? |
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Barbara Lübke |