Zum Status subjektloser Sätze im Deutschen
 
IRENE DOVAL REIXA
Universidad de Santiago de Compostela

In den westeuropäischen Sprachen sind Verben, die Subjekte wirklich ausschließen, sehr selten und einzelsprachlich recht unterschiedlich. Im Deutschen treten subjektlose Konstruktionen als Randerscheinung auf. Sie haben sich jedoch als ein ergiebiges Forschungsgebiet für die Linguistik erwiesen. Dennoch gibt es nur wenig Übereinstimmung darüber, wie diese Konstruktionen betrachten werden sollten. Es geht hier um subjektlose Sätze bei einigen Adjektiven mit Dativperson (z. B. Mir ist schlecht) und um einige unpersönliche Verben der Empfindung (z. B. mir graut vor ihm). Den Kern der subjektlosen Sätze im Deutschen bildet aber das unpersönliche Passiv (z. B. Hier wird gearbeitet), das im Mittelpunkt des Vortrags steht: Die Fragestellungen lauten: Wie sollte diese Konstruktion betrachten werden? In welchen Fällen ist ein solches Passiv überhaupt möglich? Wann kann das Agens in Form einer Präpositionalergänzung angeschlossen werden?


Irene Doval Reixa